JMD im Quartier

Der Aufgabenschwerpunkt „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ (JMD-iQ) ist an das Regelprogramm der Jugendmigrationsdienste (JMD) angegliedert. Der Aufgabenschwerpunkt „JMD-iQ“ wird im IB an vier Standorten umgesetzt. Das Ziel dabei ist es, die Lebenssituation und Lebenswelten der Bewohner*innen im Quartier zu verbessern und das soziale Zusammenleben im Wohnumfeld zu bestärken.

Die Stärkung von jungen Menschen in sozial benachteiligten Quartieren wird in gemeinsamer Initiative vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verfolgt. "JMD-iQ" wird im Rahmen der ressortübergreifenden Strategie „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten” gefördert.

Von Juli 2017 bis Dezember 2021 wurde die Arbeit im Rahmen eines Modellprojekts umgesetzt. Seit 2022 ist die Quartiersarbeit ein Aufgabenschwerpunkt, der im Rahmen des Bundesprogramms Jugendmigrationsdienste umgesetzt wird.

Aufgaben und Ziele

Im Rahmen des Aufgabenschwerpunkts werden nachhaltig strukturelle Veränderungsprozesse in den Quartieren angestoßen sowie Zugangsbarrieren zu sozialen Diensten und Angeboten identifiziert und abgebaut. Um dies zu erreichen, wird nicht nur an die typische JMD-Zielgruppe (junge Menschen mit Migrationsbiographie vom 12. bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres) in den Blick genommen: Das Angebot richtet sich an alle Bewohner*innen des jeweiligen Wohnumfeldes sowie an die relevanten Akteur*innen der Quartiersentwicklung.

Das aktive Einbinden aller Bewohner*innen stärkt den sozialen Zusammenhalt im Sozialraum, schafft Begegnungsmöglichkeiten und ebnet den Weg zu einer nachhaltigen Aufwertung des Quartiers, die von allen getragen wird. 

Quartiersentwicklung durch Mikroprojekte

Die Aufwertung des Quartiers wird mittels passgenauer und bedarfsgerechter Angebote vor Ort, sogenannter Mikroprojekte, angestrebt. Die Projekte, in deren Konzipierung und Umsetzung die Bewohner*innen aktiv und partizipativ eingebunden werden, können zielgruppenspezifisch oder generationenübergreifend ausgerichtet sein. Oftmals entsteht die Idee für ein Mikroprojekt bei einzelnen Personen oder Gruppen, die einen Bedarf für sich, andere und das gesamte Quartier erkennen .

Als Beteiligungsformate werden zum Beispiel Tandemprojekte initiiert, ehrenamtliches Engagement gefördert, Jugendparlamente unterstützt oder Open-Space-Veranstaltungen durchgeführt. 

Im Jahr 2020 nahmen an 49 Mikroprojekten insgesamt 2.185 Bewohner*innen teil.

Mögliche Handlungsfelder der Mikroprojekte sind beispielsweise:

  •     Interkulturelle Öffnung
  •     Unterstützung partizipativer Projekte von jungen Menschen
  •     Antirassismusarbeit und Demokratieförderung
  •     Kultur
  •     Sport
  •     Bildung
  •     Sprache
  •     Wohnen und Wohnumfeld.

Kooperationen und Netzwerkarbeit

Der Aufgabenschwerpunkt „JMD-iQ“ stärkt die bestehenden Strukturen vor Ort, indem bei der Umsetzung von Mikroprojekten relevante Netzwerkpartner miteinbezogen werden, die als Schnittstelle ins Quartier wirken. Darüber hinaus identifizieren die Standorte neue Kooperationsmöglichkeiten und bauen somit die lokalen Netzwerke aus. Eine Zusammenarbeit kann ein einmaliges gemeinsames Mikroprojekt oder eine langfristige Kooperation über mehrere Monate umfassen.